MAYDAY IM KOPF -
Neurowissenschaft trifft Systemtheorie
Strategien für klares Denken, souveränes Entscheiden und wirksames Handeln
Selbstführung neu gedacht – zwischen Innenwelt, Systemdruck und Verantwortung
In einer Arbeitswelt, in der Führungskräfte und Verantwortliche unter ständigem Entscheidungsdruck stehen, reicht fachliche Kompetenz allein nicht mehr aus. Wenn Pläne versagen, Kontrolle an Wirkung verliert und innere Sicherheit ins Wanken gerät, beginnt Führung an einer anderen Stelle: im eigenen Kopf.
„Mayday im Kopf – Neurowissenschaft trifft Systemtheorie“ verbindet persönliche Erfahrungen aus Luftfahrt, Führung und Krisensituationen mit Erkenntnissen aus Neurowissenschaft und Systemtheorie. Das Buch richtet sich an Menschen in Verantwortung, die verstehen wollen, warum sie in belastenden Situationen anders handeln, als sie es sich vorgenommen haben – und wie sie wieder handlungsfähig werden, ohne sich selbst zu übergehen.
Statt einfacher Rezepte bietet dieses Buch ein tiefes Verständnis für die Dynamik von Stress, innerem Autopilot und systemischen Mustern. Es zeigt, wie Selbstführung entsteht, wenn man lernt, die eigenen mentalen Prozesse ebenso zu lesen wie die Kontexte, in denen man wirkt.
Was Sie in diesem Buch finden:
- Persönliche Geschichten und Erfahrungen aus Luftfahrt, Führung und Krisensituationen
- Verständlich erklärte neurobiologische Mechanismen von Stress, Kontrolle und Entscheidungsfähigkeit
- Systemtheoretische Perspektiven auf Rollen, Erwartungen und wiederkehrende Muster
- Praktische Denkmodelle und Reflexionsimpulse zur Stärkung der Selbstführung
- Werkzeuge für mentale Klarheit, innere Stabilität und bewussteres Handeln unter Druck
Dieses Buch ist kein klassischer Ratgeber. Es ist ein Reflexionsraum für Führungskräfte, Unternehmer und Menschen in Verantwortung, die sich selbst besser führen wollen – gerade dann, wenn äußere Klarheit fehlt.
Ein Buch für alle, die Verantwortung tragen – und sie nicht nur nach außen, sondern auch nach innen ernst nehmen.

Kommt im März 2026
MAYDAY IM KOPF - Neurowissenschaft trifft Systemtheorie
Strategien für klares Denken, souveränes Entscheiden und wirksames Handeln
Leseprobe:
„Erreicht den nächsten Kontrollpunkt rechtzeitig, und ihr werdet dafür belohnt.“, flüsterte die Stimme, und irgendwie kannte ich das Gesicht, aus dem diese Stimme kam. Obwohl mir schwindlig war, wusste ich, dass es einer der Ausbilder war, der diese Worte sagte, als wir ihm mitten im Fluss gegenüberstanden. Wir waren nun schon seit sechs Tagen unterwegs. Eine kleine Gruppe von vier Soldaten.
Gut 200 km „Flucht“ hatten wir in den vergangenen Tagen nun schon in unseren Beinen. 200 km marschierten wir ausschließlich nachts, um unentdeckt zu bleiben. Tagsüber versteckten wir uns irgendwo in den Büschen, Wäldern, auf Höfen, in Scheunen, um nur nicht von den „Dog-Handlers“ – Hundeführern, die uns jagten – entdeckt zu werden. Unser Auftrag war, den letzten Checkpoint zu erreichen. Und so ging es Nacht für Nacht, Tag für Tag, bis zu diesem Moment.
Ein Blick auf die Karte und die Überprüfung der Koordinaten zeigten, dass „nur“ noch vier Stunden Fußmarsch durch die Wälder vor uns lagen, um den Kontrollpunkt zeitgerecht zu erreichen. Es sollte unsere letzte Nacht auf der Flucht werden. „Oder doch nicht?“, hämmerte es in meinem Kopf. Sollte auf den letzten und schwierigsten Abschnitt verzichtet werden? Was meinte er mit: „Ihr werdet belohnt werden.“? Wir hatten viel über das Training und vor allem den Abschluss gehört, und es graute uns allen vor dem, was uns in dieser Nacht noch bevorstand.
Nach den körperlichen und vor allem mentalen Herausforderungen und Entbehrungen der letzten Wochen waren wir am Ende unserer Kräfte. So dachten wir zumindest – und hatten keine Ahnung, welche Reserven wir noch abrufen konnten. „Erreicht den nächsten Kontrollpunkt rechtzeitig, und ihr werdet dafür belohnt.“ Diese Worte entfachten den finalen Funken Energie in uns, um auch das letzte Stück noch zu bewältigen. Noch vier Stunden bis zum Checkpoint.
Die vergangenen vier Wochen waren für mich prägender, als ich es mir im Entferntesten hätte vorstellen können. Und all das nur, um eines Tages ins Cockpit eines Militärhubschraubers steigen zu dürfen. Ich stellte mir immer wieder dieselbe Frage: „Warum tust du dir das hier an?“ Immer und immer wieder.
Die Erfahrungen aus diesen Wochen enden nicht an diesem Kontrollpunkt. Sie begleiten mich bis heute – in Strategiegesprächen, Entscheidungssituationen und Momenten maximaler Belastung. Denn Selbstführung beginnt nicht, wenn alles läuft. Sondern dann, wenn es schwierig wird, und der Kopf schreit: "Ich kann nicht mehr!"

